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tags: - Vitalienbrüder years: "1400"
Bei Wigbold, legendarisch auch bekannt als Magister Wigbold, handelt es sich um eine auch als historisch real nachweisbare Figur der Vitalienbrüder, welche in der späteren Stilisierung als einer der großen Hauptleute der Vitalienbrüder gilt.
Leben
Namensvarianten: Wigbold, Magister Wigbold (Legende)
Lebensdaten: um 1400
Herkunft: unbekannt
Tätigkeitsgebiet: vermutlich Nordsee, Norwegen
Verwandtschaft: unbekannt
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer: Laut den Hauptmännern Albrecht Schreye und Johann Nanne, welche von der Stadt Hamburg beauftragt wurden die Vitalienbrüder zu bekämpfen [1], hätten sich Gödeke Michels und Wigbold mit 200 Wehrhaften nach Norwegen begeben. Erstere berichten davon, dass sie 200 Seeräuber getroffen, 80 von ihnen über Bord geworfen und drei Schiffe genommen hätten. Sie würden auf die Unterstützung aus Bremen und Groningen warten um sich zu beraten[2].
Status: Hauptmann
Fahrgemeinschaften: Gödeke Michels
Auftraggeber: unbekannt
Angaben zu Schiff und Besatzung: Segelte zusammen mit 200 Mann Richtung Norwegen.
Sonstige Tätigkeiten: unbekannt
Sonstiges
Keine weiteren Erwähnungen eines "Magister" Wigbolds in:
- HUB IV-V
- HR I.4, I.5, I.6
- Ostfriesisches Urkundenbuch, Band 1
Für den „Magister“ Wigbold wird sich vermutlich in den Quellen keine eindeutige Identifikation finden lassen. Jedoch wird hier mit dem Beispiel deutlich, dass zumindest die Editoren aus dem Wigbold des Regests im Register einen „magister“ aus ihm machen und hiermit ein Zeichen für die historische Belegbarkeit eines „Magister“ Wigbolds zu finden sein könnte. In den Quellen lassen sich mehrere Personen finden, die eine Namensähnlichkeiten mit den gesuchten Wigbold besitzen.
Unter anderem wird mehrfach ein gewisser Vinzenz Wicbold genannt. Dieser ist ein Ratsmann aus Greifswald und wird mehrfach als Delegierter auf verschiedenen Hansetagen in den 1390er Jahren aufgeführt[3]. Aufgrund dieser Stellung lässt sich wohl mutmaßen, dass dieser kein Gefolgsmann von Gödeke Michels war.
Weitere Anknüpfungspunkte könnten die Personen Wybolt Gherledesson und Wybolt Tzybana aus Ostfriesland sein, die in Verbindung mit den Vitalienbrüdern genannt werden. Beide werden jedoch um 1400 von den Hamburgern begnadigt. Daher lässt sich hierbei wohl auch vermuten, dass es sich bei beiden nicht um den gesuchten Wigbold handelt, welcher einige Jahre später wieder auf Seiten der Vitalienbrüder gen Norwegen segelt.
Heinrich Reincke hat ihn 1931 mit einem gleichnamigen Lektor (1367-1375) und Rektor (1375) der Universität Prag identifizieren wollen.[4] Nähere Anhaltspunkte für diese Annahme gibt es nicht.
Die legendarische Gestalt des Magister Wigbold lässt sich bisher also nicht in den Quellen festmachen. Jedoch wird deutlich, dass es mehrere Möglichkeiten einer Identifikation zu geben scheint.
Quellen
- Zeitschrift des Vereins für hansische Geschichte, Band 2, S.95-96
- Hanserecesse, I.4, Nr. 658, 156, 167, 441
Literatur
Einzelnachweise
↑
ZVHG, Bd.2, S.95-96
↑
HR, I.4., Nr.658
↑
HR, I.4, Nr.156,167,441
↑
Reincke: Karl IV. und die Hanse (1931), S. 72; Möhring-Müller: Chronica novella, in: Sprandel (Hg.) 1993, S. 117 mit Anm. 505.
