--- Der Rostocker Hauptmann Claus Vlemyng wurde beschuldigt, im Jahr 1428 Teil der Mannschaft gewesen zu sein, die [[Johan van den Hove]] ein Schiff genommen und es anschließend nach Lübeck gebracht hatte.[1] ## Leben Namensvarianten: Claus Vlemyng, Claus Vleming, Clawes Vlemynk, Cleys Flemyng, Niclaus Vlamingh, Nicolai Vlemyngh, Nicolao Vlemyngh, Nicolaus Vlemyng, Nikolaus Vlemyngh Lebensdaten: Unbekannt. Erstmalig aktenkundig in der auf den 25. Januar 1436 datierten Versammlung zu Lübeck. Genauer: Im Verzeichniss der preussischen Unterthanen durch die Auslieger der Hansestädte zugefügten Schäden 1427-1433.[2] Herkunft: Rostock. Wohnhaft zur Zeit des Vorfalls laut Quelle in Kiel.[3] Tätigkeitsgebiet: Im Ostseeraum zwischen Kiel, Rostock, Lübeck und Danzig. Verwandtschaft: Eventuell verwandt mit [[Tymme Flemyng]] aus Pommern. Beide schädigten zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselbe Person, [[Johan van den Hove]].[4] ## Tätigkeiten Aktivitäten als Fehdehelfer: Der Rostocker Hauptmann Claus Vlemyng wird beschuldigt vor dem 1. November 1428 das Schiff von Kapitän [[Johan van den Hove]], der unter dem Geleit der Stadt Danzig fuhr, zusammen mit [[Claus Radeloff]], [[Claus Mertenssone]] und [[Claus van Campen]] gekapert und anschließend nach Lübeck gebracht zu haben. Das Schiff war mit 200 Fischen (120 Mark lübsich), 3 Lasten Mehl (45 Mark lübisch), 3 Fässern Seehundspeck (31 Mark lübisch), Bastfäden (8 Mark lübisch), Schiffsproviant (34 Mark lübisch), sowie Kleidern und einer Hafengebühr (26 Mark lübisch) beladen, sodass sich der Gesamtschaden auf 264 Mark lübisch belief.[5] Status: Hauptmann Fahrgemeinschaften: Claus Vlemyng fuhr zusammen mit den Rostocker Hauptleuten [[Claus Radeloff]], [[Claus Mertenssone]] und [[Claus van Campen]]. Auftraggeber: Unbekannt Angaben zu Schiff und Besatzung: Unbekannt Sonstige Tätigkeiten: ## Sonstiges Namensähnlichkeiten bzw. mögliche Übereinstimmungen (chronologisch): - Ein Knappe namens [[Nycolaus Vlemig]] wird dadurch aktenkundig, dass er im Jahr 1330 Teil einer Gruppe von Rittern und Knappen war, die einen in ihren Augen unrechtmäßig eingesetzten Priester aus der Pfarrei Barth gewaltsam vertrieben und ausraubten. Im Verlauf des Falles wurden sie unter Androhung der Exkommunikation durch den von Papst Johannes XXII. beauftragten päpstlichen Richter vor das Lübecker Cantor zitiert.[6] Im Jahre 1343 besiegelt wahrscheinlich derselbe eine Eigentumsübertragung über zwei Hufen Land in Barth.[7] Im Jahr 1354 verspricht [[Clawes Vlemynk]], mittlerweile Vogt zu Barth, die Stadt Barth Herzog Albrecht von Mecklenburg zu übergeben, falls seine Herren, die Herzöge Bugislav, Barnim und Wartislav von Pommern, Herzöge zu Stettin und Fürsten zu Rügen, den Friedensverträgen mit Albrecht von Mecklenburg nicht nachkämen.[8] Trotz der räumlichen Nähe zur Ausgangsquelle ist diese Person aufgrund der zeitlichen Distanz auszuschließen. - Ein Kaufmann namens [[Nicolaus Vemerlingh]] wird in den Verhandlungen zu Nyköping auf Falster im Jahr 1363 im Zusammenhang mit einem Geschäft erwähnt, in dem es um ein Schiff im Wert von 220 Mark lübisch geht.[9] Diese Person ist ebenso aufgrund der zeitlichen Distanz auszuschließen. - In den auf den 31. Oktober 1405 datierten Klageartikeln Greifswalds gegen England wird Kapitän [[William Johnson]] aus Newcastle beschuldigt, in Zusammenarbeit mit [[William Richardson]], [[Johan]] und [[William Bygge]] ein Greifswalder Schiff, das sich auf dem Weg nach Norwegen befand, genommen und dieses anschließend nach Scarborough gebracht zu haben. Das Schiff war mit Salz, Tuchen und anderen Waren im Gesamtwert von 400 Nobel geladen. Unter den Geschädigten war ein Kaufmann namens [[Nicholaus Vlemyghe]].[10] Aufgrund der zeitlichen wie räumlichen Nähe zur Ausgangsquelle könnte es sich hierbei möglicherweise um dieselbe Person handeln. - Im Jahr 1387 wird dem aus Stralsund stammenden Kapitän [[Nicolao Vlemyngh]] das Schiff durch englische Kaufleute genommen, die dieses nach Calais brachten. Die darauf geladenen Güter entsprachen dem Wert von 1000 Nobel, das Schiff dem Wert von 286 Nobel. Weitere Geschädigte, die wahrscheinlich Empfänger der Güter waren oder Anteile an diesen besaßen, waren [[Hermann Hoghesank]], [[Hermann Strelo]], [[Hermann Kemerlingh]], [[Borchard Kremer]], [[Godekin de Bremen]], [[Tiderico Warmerskerke]], [[Johannes Wenschendorp]], [[Hinrico Rudynghusen]], [[Hinrico Wulve]], [[Reynaldo Kemerlingh]], [[Nicolaus Swarten]] und [[Conrad Hoghesanghe]]. Dies führte dazu, dass die Stadt Stralsund ihre eingelagerten englischen Güter ab dem Jahr 1391 arrestierte. Der Wert der arrestierten Güter entsprach dabei dem Wert des durch die Engländer verursachten Schadens.[11] Nach einer für Stralsund befriedigenden Antwort des englischen Königs [[Heinrich IV.]] hob die Stadt im Jahre 1404 die Arrestierung der Güter auf.[12] Aufgrund der zeitlichen wie räumlichen Nähe zur Ausgangsquelle könnte es sich hierbei möglicherweise um dieselbe Person handeln. [[Nicolao Vlemyngh]] scheint jedoch mit dem Greifswalder [[Nicholaus Vlemyghe]] nicht übereinzustimmen, da beide in den englischen Hanseakten getrennt aufgeführt sind.[13] - Der am 17. Juni 1395 in der Reichsburg Lindholmen in der dänischen Provinz Schonen geschlossene Frieden zwischen König Albrecht von Schweden und Königin [[Margarethe von Dänemark]] wird mehrfach beurkundet. Unter den Urkundenden wird unter anderem ein Knappe namens [[Clawes Fleming]] erwähnt.[14] Ebenso ein Hermen Fleming, der bereits im Jahr 1388 eine Quittung für die dänische Königin über 1000 Mark lübisch beurkundet.[15] Möglicherweise handelt es sich bei diesem Knappen um den späteren schwedischen Ritter [[Klaus Fleming]]. - Seit dem Jahr 1415 taucht im baltischen Raum zwischen Raseborg, Borgaa (Porvoo), Wiborg und Riga ein schwedischer oder finnischer Ritter mit dem Namen [[Klaus Fleming]] auf, der in der Folge eine Art Vermittlerrolle zwischen den livländischen Städten, den Hansestädten und König [[Erich von Pommern|Erich von Dänemark]] einnimmt.[16] Weiterhin stand er im Austausch mit Hauptleuten bzw. Vögten verschiedener skandinavischer und baltischer Städte, so z.B. mit [[Kersten Niklesson]], dem Hauptmann von Wiborg, der in ständigem Konflikt mit der Stadt Reval stand, die im Einvernehmen mit den gemeinen Städten den Handel mit der Stadt Nowgorod blockierte und somit die Wiborger Kaufmannschaft und die [[Erich von Pommern|Erichs von Dänemark]] beeinträchtigte. Einem von Fleming vorgeschlagenen Vergleich auf der nächsten geplanten Tagfahrt wird von beiden Seiten zugestimmt.[17] Trotz der zeitlichen Nähe zur Ausgangsquelle ist u.a. aufgrund des Status davon auszugehen, dass es sich hierbei nicht um den Rostocker Gewaltakteur handelt. - Im Jahr 1458 nahm ein Kapitän namens Eler bzw. Bokelman einem Kapitän namens [[Hinrik Steyndorpp]] das Schiff, was zur Hälfte Rostock bzw. dem Rostocker Bürger [[Cleysz Flemyng]] gehörte. Das Schiff wurde dem Opfer anschließend wieder ausgehändigt.[18] Bei dem Täter könnte es sich eventuell um [[Bokeman]] handeln. Trotz der zeitlichen Distanz von 30 Jahren ist eine Übereinstimmung mit dem Rostocker Gewaltakteur von 1428 möglich. Nicht gefunden in: Das Verfestungsbuch der Stadt Stralsund Hamburgisches Urkundenbuch, Bde. 2-4 Hanserecesse Abt. 1, Bd. 1, 2, 8, Abt. 2, Bde. 2-7 Hansisches Urkundenbuch, Bde. 1-5 Liv-, Esth- und Curländisches Urkundenbuch nebst Regesten, Bde. 2-5 Lübecker Urkundenbuch, Bde. 3-9 Mecklenburgisches Urkundenbuch, Bde. 13-24 Ostfriesisches Urkundenbuch, Bd. 1 Schleswig-Holsteinische Regesten und Urkunden, Bde. 6, 7 ## Quellen Hanseakten aus England 1275-1412, Art. 342 §1, 345 §18, 350, 354 Hanserecesse Abt. 1, Bd. 4, Art. 262, 263, 270 Hanserecesse Abt. 1, Bd. 5, Art. 447, 448 §1 Hanserecesse Abt. 1, Bd. 6, Art. 224, 545, 546 Hanserecesse Abt. 1, Bd. 7, Art. 21, 25, 31 Hanserecesse Abt. 2, Bd. 1, Art. 543 §42 Hansisches Urkundenbuch Bd. 5, Art. 620, 621 Hansisches Urkundenbuch Bd. 6, Art. 125, 194, 198, 206, 452 Hansisches Urkundenbuch Bd. 8, Art. 989 §29 Liv-, est- und curländisches Urkundenbuch, Bd. 4, Art. 1375; Bd. 5, Art. 2303 Mecklenburgisches Urkundenbuch, Art. 4789 §15-§17, 6266, 7894, 12788, 12789, 12992 Pommersches Urkundenbuch Bd. 11, Art. 6105 ## Literatur --- Clarus: Voet, S. 251 f. ## Einzelnachweise 1. ↑ Hanserecesse Abt. 2, Bd. 1, Art. 543 §42 2. ↑ Hanserecesse Abt. 2, Bd. 1, Art. 543, S. 482. 3. ↑ Hanserecesse Abt. 2, Bd. 1, Art. 543 §42 4. ↑ Hanserecesse Abt. 2, Bd. 1, Art. 543 §27, §28 5. ↑ Hanserecesse Abt. 2, Bd. 1, Art. 543 §42 6. ↑ Mecklenburgisches Urkundenbuch, Art. 4789, §15-17 7. ↑ Mecklenburgisches Urkundenbuch, Art. 6266; Pommersches Urkundenbuch, Bd. 11, Art. 6105 8. ↑ Mecklenburgisches Urkundenbuch, Art. 7894 9. ↑ Hanserecesse Abt. 1, Bd. 3, Art. 20 §19 10. ↑ Hanseakten aus England 1275-1412, Art. 342, §1, 345, §18 11. ↑ Hanseakten aus England 1275-1412, Art. 350 §2, 354 §1; Hanserecesse Abt. 1, Bd. 5, Art 447, 448 12. ↑ Hansisches Urkundenbuch Bd. 5, Art. 620, 621 13. ↑ Hanseakten aus England 1275-1412, S. 373 14. ↑ Hanserecesse Abt. 1, Bd. 4, Art. 262, 270; Liv-, est- und curländisches Urkundenbuch, Bd. 4, Art. 1375; Mecklenburgisches Urkundenbuch, Art. 12788, 12789, 12992 15. ↑ Schleswig-Holsteinische Regesten und Urkunden, Bd. 6,1 16. ↑ Hanserecesse, Abt. 1, Bd. 7, Art. 21, 25, 31; Liv-, est- und curländisches Urkundenbuch, Bd. 5, Art. 2303 17. ↑ Hanserecesse, Abt. 1, Bd. 6, Art. 224, 545, 546;Hansisches Urkundenbuch Bd. 6, Art. 152, 194, 198, 206, 452 18. ↑ Hansisches Urkundenbuch Bd. 8, Art. 989 §29 ---
