Luder Ransouwe war in den 90er Jahren des 14. Jahrhunderts im Auftrag Johann von Mecklenburg als Fehdehelfer tätig. Möglicherweise handelt es sich um einen der Anführer der Vitalienbrüder.[1]
Leben
Namensvarianten: Rantzow, Rantzau, Ranczowe, Ranzau, Rantzowe; Lyder, Luderus
Lebensdaten: erwähnt seit 1368
Herkunft: Holstein
Tätigkeitsgebiet: Nord- und Ostseeraum
Verwandtschaft: "Rantzow" ist der Name eines holsteinischen Adelsgeschlechts, das seit 1226 urkundlich erwähnt wird.[2] In den 80er Jahren des 14. Jahrhunderts taucht ein Eler Ranczowe auf. Außerdem werden sowohl im Diplomatarium Danicum als auch in den Schleswig-Holsteinischen Regesten und Urkunden über 30 Mitglieder dieses Geschlechts im 14. Jahrhundert erwähnt. Luder Ransouwe ist der Bruder von Detlev Rantzau (genannt Struwe).[3]
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer:
In einer Meldung des Johann Stoltevoit an den Rat zu Reval vom 3. März 1394 wird u.a. dieser Name in einer Aufzählung genannt. Er war an der Wegnahme mehrerer livländischer Schiffe beteiligt.[4]Geschädigt wurden insbesondere Jacob Dubbelssone und Jacob Johanneszone.
Status: möglicherweise Hauptmann, Knappe
Fahrgemeinschaften: Clawus Mylges, Arnd Stuke, Knut Bernevur, Hinrik van der Lu, Deytliff, Henneke Scharbouwe, Prybe, Hennynk Crabbe, Henneke vanme Zee, Bertholt vanme Zee, Hinrik Tydemans, Hennynk Norman, Wyttekop, Clawis Zwarte, Crekauwe, Rode Kremer, Hans Meygendorp, Ketelhoid, Clawis Tymne, Beydenstorp, schipper Wedige, Degenert, Hennynk, Volmer Wrede, Schonenberg
Auftraggeber: Johann von Mecklenburg
Angaben zu Schiff und Besatzung: /
Sonstige Tätigkeiten: /
Sonstiges
1376 fordert die Stadt Lübeck von Luder Ransouwe XIIII Mark.[5] 1368 taucht Luderus Rantzowe in der Namensliste der im Dienste der Stadt Lübeck stehenden Krieger auf. Er führt sechs Bewaffnete an.[6]
Am 16. Januar 1370 quittiert Luder Ranzau über den Empfang von 300 und 50 Mark lübisch wegen einer Gefangenschaft und als Ersatz für Schaden und Kosten.[7]
Der Name ist nicht zu finden in:
Hanserecesse I,2; I,3; I,4; I,7; I,8; II,1
Mecklenburgisches UB XIX, XX, XXI
Lübecker UB V
Liv.-, Est.- und Curl. UB 1.2, 1.3, 1.4
Diplomatarium Danicum 4.3, 4.4, 4.5
Hansisches UB IV, V
Schlesw.-Holst. Reg. und Urk. VI,2
Quellen
HR I,8 960
Schlesw.-Holst. Reg. und Urk. VI,1 1384 Nr. 522
Schlesw.-Holst. Reg. und Urk. VI,1 1376 Nr. 83
DD 4.2. Nr. 441
LUB IV Nr 115, 123
Literatur
Puhle, Matthias: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, Frankfurt am Main/New York ²1994.
Cordsen, Hans-Christian: Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907.
Einzelnachweise
↑
Cordsen, Hans-Christian: Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907, S. 40.
↑
http://www.deutsche-biographie.de/sfz104344.html Zuletzt abgerufen am 31.03.2014, 20:03
↑
Schlesw.-Holst. Reg. und Urk. VI,1 1384 Nr. 522 und Dipl. Dan. 4.R. 2.B. 1384 441
↑
Vgl. HR I,8 Nr. 960.
↑
Schlesw.-Holst. Urk. u. Reg. VI,1 83
↑
LUB IV Nr. 115
↑
LUB IV Nr. 123
