Schinkel war ein Gewaltakteur, der um 1420 in Kiel lebte. Er wurde 1422 beschuldigt, gemeinsam mit Hinrik Bovendorp ein Schiff und die darauf geladenen Güter von Peter Ghil und Hans Molre gestohlen zu haben[1].

Leben

Namensvarianten: Schinkel, Schinckel

Lebensdaten: Namentlich erwähnt 1422 und 1425, lebte also etwa im Zeitraum 1370-1470[2]

Herkunft: Kiel[3]

Tätigkeitsgebiet: Kiel[4]

Verwandtschaft:

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

Schinkel wird am 20. August 1422 in einem Brief der Stadt Lübeck an Kiel vorgeworfen, gemeinsam mit Hinrik Bovendorp das Schiff und die geladenen Güter von Peter Ghil und Hans Molre gestohlen zu haben[5]. Der Kaufmann und der Schiffer Ghil und Molre hatten Waren von Leba in Prutzen nach Kiel verschifft, woraufhin ihnen nach ihrer Ankunft das Schiff gestohlen wurde. Auf Forderung der Stadt Lübeck gab der Bürgermeister von Kiel, Otto Crusendorp, das Versprechen, beide zu entschädigen, was jedoch nicht geschah[6]. Daraufhin forderte Lübeck - diesmal auch im Namen des Herzogs Hinrik von Schleswig, dass Ghil und Molre eine angemessene Entschädigung von den Tätern Schinkel und Hinrik Bovendorp erhalten sollen sowie sicheres Geleit zurück nach Leba. Dies hätte auch Ludeke Bekendorp, Ratsgenosse von Kiel, mündlich zugesichert[7]. Ob Schinkel und Bovendorp diese Entschädigung schließlich geleistet haben, bleibt jedoch offen.

Desweiteren wird Schinkel in einem anderen Brief von Lübeck an Kiel vom 6. Januar 1425 erwähnt[8]. Darin bedankt sich Lübeck für das letzte Schreiben über Schinkel und die anderen "zerovere"[9] (Seeräuber). Der Inhalt dieses Schreibens wird jedoch nicht erläutert. Im weiteren Verlauf beglaubigt Lübeck Albert Rust, den es wegen dieser Sache nach Kiel schicken würde.

Status: Einwohner von Kiel[10]

Fahrgemeinschaften: Hinrik Bovendorp

Auftraggeber:

Angaben zu Schiff und Besatzung:

Sonstige Tätigkeiten:

Am 16. März 1382 wurde in Wismar ein Stillstand mit mehreren "Seeräubern" geschlossen, darunter Borchard Scinkel[11]. Aufgrund der Zeitspanne ist er eher nicht Identisch mit Schinkel, möglicherweise aber verwandt.

Am 21. März 1427 bezeugte die Stadt Abo, dass die Waren (4,5 Tonnen Lachs, 1 Fass Eisen, 600 Flachfische und 8,5 Ör), die vom Aboer Bürger Heinrich Thomasson an den in Reval lebenden Lorens Schinke gesandt wurden, eingezogen wurden, da Schinke kürzlich verstorben sei[12]. Lorens Schinke könnte evtl. verwandt oder sogar identisch mit Schinkel sein.

Sonstiges

Die folgenden Quellensammlungen wurden durchsucht, aber nichts weiteres gefunden:

Hanserecesse, Abt. I, Bd.1-2; Bd. 4-6 und Bd. 8

Hanserecesse, Abt. II, Bd. 1-7

Hansisches Urkundenbuch, Bd. 5 und Bd. 7-8

Lübeckisches Urkundenbuch, Bd. 4-11

Pommerellisches Urkundenbuch

Preußisches Urkundenbuch, Bd. 5-6

Schleswig-Holstein-Lauenburgische Regesten und Urkunden, Bd. 5-6

Quellen

Hanserecesse, Abt. 1, Bd. 3 und 7.

Hansisches Urkundenbuch, Bd. 6.

Literatur


Einzelnachweise

  1. HR, Abt. I, Bd. 7, 503.

  2. HR, Abt. I, Bd. 7, 503 und 768.

  3. HR, Abt. I, Bd. 7, 503.

  4. HR, Abt. I, Bd. 7, 503.

  5. HR, Abt. I, Bd. 7, 503.

  6. HR, Abt. I, Bd. 7, 503.

  7. HR, Abt. I, Bd. 7, 503.

  8. HR, Abt. I, Bd. 7, 768.

  9. HR, Abt. I, Bd. 7, 768.

  10. HR, Abt. I, Bd. 7, 503.

  11. HR, Abt. I, Bd. 3, 146

  12. HUB, Bd. 6, 662.


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