Stendal war ein Schiffer, der mit anderen Schiffern Eigeninitiative ergriff und "Seeräuber" ermordete. Dies und die Beschuldigung, dass der Hauptmann von Helsingborg, Nikolaus Zeghefrit, korrupt sei, meldete er in einem Brief an die preußischen Städte.[1]

Leben

Namensvarianten: Nachname: Stendal. Zugleich mehrere Erwähnungen eines Martin/Mertin/Martiin/Martinus Steendal/Stendal/Steyndal in Unterlagen um 1400 (siehe Sonstiges). Eine Übereinstimmung ist jedoch nicht zweifelsfrei zu beweisen.

Lebensdaten: aktenkundig 1381 und 1386

Herkunft: vermutlich Elbing

Tätigkeitsgebiet: dänische Küste, Helsingborg, Elbing

Verwandtschaft: -

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdegegner: Stendal und andere Schiffer wehren sich 1381 gegen den Einfall von "Seeräubern" in Helsingborg. Diese blockieren den Hafen. Da der Hauptmann Helsingborgs, Nikolaus Zeghefrit korrupt sein soll und die "Seeräuber" eigenmächtig in die Stadt geleitet habe, ergreifen die Schiffer Eigeninitiative und ermorden so viele der "Seeräuber" wie sie erwischen können.[2]

Status: Schiffer

Fahrgemeinschaften: Mathies Mertenstorp, Evert Struk, Repenhorst, Gherd Wunke, Johan Stevenssone von Herderwik, Herman Ludenhagin, Heket

Auftraggeber: -

Angaben zu Schiff und Besatzung: -

Sonstiges

Am Freitag nach Christi Himmelfahrt 1385 soll es im Hafen von Flandern zu einem Gesamtschaden von 1083 preußischen Mark an der Kogge eines Mertin Stendal, bzw. Martinus Steyndal, gekommen sein. Schuld daran sind laut einer Eingabe preußischer Sendeboten Engländer. Opfer seien Männer aus Preußen. Stendal gibt an, dass die Kogge mit 700 preußischen Mark auf einen geringen Wert geschätzt wurde. Grund dafür sei, dass das Schiff leergeräumt und dann erst in Brand gesteckt worden sei. Zudem schwört er, durch den Verlust von Kleidung und anderen persönlichen Dingen 30 preußische Mark Schaden erlitten zu haben.[3]

Auch seine Schiffsmänner geben an, Schaden genommen zu haben (Peter Grunow, Jacob Sunnenborn, Ditmar von Egkirsten, Henricus Schutte, Dideric Brand, Claus Lynthorst, Hanneke Eyste, Johan Snakewolt, Claus Sten).[4] Der Danziger Bürger Engelbertus Naghtegale, von dem nicht ersichtlich ist, ob er Teil der Schiffsbesatzung ist, gibt zudem an, einen Schaden von 6000 Arbeitsstunden, einem Stück Wachs, Ziegenhäuten und Butter im Wert von 215 Mark durch die Engländer erlitten zu haben.

Ein Martiin Steendal wird in einem Klageartikel der hansischen Rathssendeboten vom 1. Mai 1387 erwähnt. Die Schrift wurde Vertretern aus Flandern, genauer aus Gent, Brügge und Ypern, übergeben. Steendal beklagt darin einen Schaden von 12 Grote.[5]

Bereits 1382 wurde Mertin Steendal offenbar im Hafen der Flanderschen Stadt Sluis gemeinsam mit Arend Duker, Hinrik Kusel, Hinrik Servas, Hermen Grubbe und Everd Storm gefangen genommen. Das geht aus einem Klageartikel preußischer Städte von 1389 hervor. Sie wurden gezwungen 64 Grote zu zahlen.[6]

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Hansisches Urkundenbuch

Mecklenburgisches Urkundenbuch

Pommersches Urkundenbuch

Diplomatarium Norvegicum

Diplomatarium Danicum

Diplomatarium Suecanum

Hanseakten aus England 1275 bis 1412

HR I,1

HR I,4

HR I,5

Quellen

Hanserecesse

Einzelnachweise

  1. HR I.3, Nr. 141

  2. HR I.3, Nr. 141

  3. HR I,3 Nr. 203 §3

  4. HR I,3 Nr. 200 §5-6

  5. HR I.2, Nr. 343, §11

  6. HR I,3 Nr. 448 §3

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