Tidekyn Espe war im Jahr 1399 an einem Überfall auf ein Schiff von Johannes de Wesenham und Willielmus Stylle bei Ekersund vor der norwegischen Küste beteiligt.[1] Er und seine Komplizen entwendeten außer kostbarem Wachs auch zahlreiche andere Waren und fügten damit nicht nur den Schiffsbesitzern, sondern auch anderen englischen Händlern einen Schaden von insgesamt 445 Mark zu.[2]
Leben
Namensvarianten: Diedric van Espinge
Lebensdaten: keine weiteren Daten bekannt, abgesehen vom Jahr 1399
Herkunft: Hamburg
Tätigkeitsgebiet:
Vermutlich auf Kaperfahrt in der Nord- und Ostsee.
Verwandtschaft: unbekannt
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer:
Tidekyn Espe war vermutlich auf Kaperfahrt in der Nord- und Ostsee. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1399 mit seinen Komplizen ein englisches Schiff von Johannes de Wesenham und Willielmo Stylle bei Ekersund vor der norwegischen Küste überfallen und Güter im Wert von 445 Mark entwendet zu haben.[3]
Status: unbekannt
Fahrgemeinschaften: unbekannt
Auftraggeber:
Tidekyn Espe handelte wohl eigenmächtig. Es gibt keinerlei Hinweise auf andere Beteiligte.
Angaben zu Schiff und Besatzung: unbekannt
Sonstige Tätigkeiten:
1399 ist er im Hamburger Pfundzollbuch gemeinsam mit Simon von Utrecht und Heyne Nyenkerken als Handelsschiffer zwischen dem Zwijn und Hamburg gesichert.[4]
Sonstiges
Die Tat steht in Verbindung mit weiteren Überfällen im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts, die möglicherweise im Auftrag des englischen Königs initiiert wurden.[5] In diesem Fall scheint es sich um einen der wenigen Angriffe von hansischer Seite aus zu handeln. Möglicherweise war dieser Vorfall der Auslöser für mögliche Vergeltungsschläge gegen hansische Schiffe.
Schon bei den Verhandlungen zwischen Flandern, Hamburg und Lübeck 1387/88 wird erwähnt, dass "Diederic van den Espinge van Hamborch" durch einen gewissen Torkemuntz geschädigt worden sei.[6]
Weiterhin wurde in folgenden Quellen gesucht, aber nichts gefunden:
Calendar of Close Rolls Bd.6, 1399-1413 (Henry IV.)
Höhlbaum, Konstantin, Kunze, Karl, Hansisches Urkundenbuch, Halle 1876-1916, Bd.5, Bd.6
Jörn, Nils, “With money and bloode”. Der Londoner Stalhof im Spannungsfeld der englisch-hansischen Beziehungen im 15. und 16. Jahrhundert, Köln 2000
Koppmann, Karl , Hanserecesse. Die Recesse und andere Akten der Hansetage, hrsg. durch d. Histor. Commission bei d. Koenigl. Acad. d. Wiss., 1870-1897, Abt. 1, Bd.4, Bd.5, Bd.6, Bd.7, Abt.2, Bd.1, Bd.2
Lloyd, Terrence H., England and the German Hanse, 1157-1611, Cambridge 1991
Prange, Wolfgang, Schleswig-Holsteinische Regesten und Urkunden / in Verbindung mit der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte hrsg. vom Schleswig-Holsteinischen Landesarchiv, Hamburg 1994, Bd. 13
O´Sullivan, Carolin, Die Ahndung von Rechtsbrüchen der Seeleute im mittelalterlichen hamburgischen und hansischen Seerecht. 1301-1482, Frankfurt am Main 2005
Stein, Walter, Die Hanse und England. Ein hansisch-englischer Seekrieg im 15. Jahrhundert, Leipzig 1905
Quellen
Kunze, Karl, Hanseakten aus England 1275-1412, in: Verein für hansische Geschichte (Hrsg.), Hansische Geschichtsquellen, Halle 1891, Nr. 329-332 u. 337-341
Literatur
Baum: Hochkonjunktur und Wirtschaftskrise im spätmittelalterlichen Hamburg, 1976, S. 202 f.
Bracker, Jörgen: in: Ders. (Hg.): Gottes Freund, Aller Welt Feind, Hamburg 2001, S. 33.
Einzelnachweise
↑
Kunze, Nr. 340
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Kunze, Nr. 340
↑
Kunze, Nr. 340
↑
Nirrnheim (Hg.): Hamburger Pfundzollbuch 1399/1400, 1930, S. xlv, 50 f.
↑
Kirby, J.L., Sir William Stumry`s Embassy to Germany in 1405-6. An Episode in Anglo-Hanseatic relations, S. 42ff.
↑
HR I.2, Nr. 36
